Wann spricht man von einer Frühgeburt?
Normalerweise dauert eine Schwangerschaft rund 40 Wochen. Liegt der Geburtstermin vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche, so wird das Neugeborene Frühchen genannt. Frühchen werden in verschiedene Gruppen eingeteilt, je nachdem, wie viel zu früh sie geboren wurden.
- Die jüngsten Frühchen mit reeller Überlebenschance, sogenannte ELBW - Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht, werden in der Regel vor der 29. Schwangerschaftswoche geboren und wiegen nicht mehr als 1000 g.
- Etwas reifer sind die VLBW, die Frühgeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht. Sie wiegen höchstens 1500 g und werden vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren.
- Die LPI, die Spätgeborenen der Frühchen haben in etwa Größe und Gewicht der Termingeborenen, doch sind sie in vielen Aspekten immer noch unreif. Ihr Geburtstermin liegt zwischen 34. und 37. Schwangerschaftswoche.
Ab vollendeter 24. Schwangerschaftswoche beträgt die Überlebenschance für Frühchen bei uns im Schnitt 60%. Frühchen unter 500 g haben von ihrer Reife unabhängig deutlich schlechtere Chancen zu überleben, etwa 20 %.
Was sind die Ursachen für eine Frühgeburt?
Oft lässt sich kein direkter Auslöser für den vorzeitigen Blasensprung und das zu frühe Einsetzen der Wehen feststellen. Die Ursachen sind unterschiedlich. Mehrlingsgeburten, Fruchtwasserinfektionen, eine unzureichende Versorgung des Kindes über die Plazenta oder seelischer Stress können eine Frühgeburt verursachen, Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft ebenfalls.
Beim HELLP-Syndrom zum Beispiel, welches Leberstörungen und Bluthochdruck verursacht, muss eine vorzeitige Rauchen sowie Paradontitis zählen zu den Ursachen für Frühgeburten.
Die Probleme der Frühchen
Sauerstoffmangel
Das schwerwiegendste Problem von Frühchen ist, dass die unreife Lunge noch kein Surfactant produziert. Die Lungenbläschen kollabieren, nehmen nicht mehr am Gasaustausch teil. Die Folge ist Sauerstoffmangel, das Frühchen muss künstlich beatmet werden. Dieses Atemnotsyndrom ist die häufigste Todesursache zu früh geborener Kinder.
Herzrhythmusstörungen
Des Weiteren kann die Niere noch nicht funktionsfähig sein, die Folge ist eine Hyperkaliämie, welche zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führt.
Hirnblutungen
Mögliche Hirnblutungen können eine weitere Folge einer Frühgeburt sein. Im akuten Notfall kann es zu einem Schock durch den extremen Blutverlust kommen, des Weiteren kann das Blut den Abfluss des Hirnwassers behindern, wodurch es im Verlauf zu einem Hydocephalus kommen kann.
Durch eine vom Neonatologen begleitete Geburt und eine intensivmedizinische Betreuung des Frühchens minimieren sich die möglichen Folgeschäden enorm.
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